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Inkaische Keru

Vorkoloniale Keru

Keru Inka (1400-1532), Private Sammlung, Lima, aus: Jorge A. Flores Ochoa "Queros - Arte Inca en vasos ceremoniales" (1998), S. 23 © Banco de Crédito del Perú

Inkaische Keru

Auch im Reich der Inka (Tawantinsuyu) kamen den keru eine hohe soziale und politische Funktion zu. Durch die regelmäßige Veranstaltung von Festen und Zeremonien versuchten die Inka-Herrscher die sozio-politischen Beziehungen zu den eroberten Stämmen aufrechtzuerhalten und zu stabilisieren. Dabei erfolgte die Übergabe von Geschenken mit hohem symbolischen Wert, wie z.b. neben den uncu auch den keru, und anschließend ein gemeinsames rituelles Trinkgelage, bei denen aus keru chicha getrunken wurde.

Die Herstellung der keru war Aufgabe von Spezialisten, die sich querukamayoq nannten. Sie verfügten über einen Sonderstatus und waren mit Privilegien ausgestattet, so waren sie z.B. von der Landwirtschaft freigestellt. Das handwerkliche Wissen blieb in den Familien und wurde vererbt.

Aufbewahrt wurden die keru zusammen mit anderen Wertsachen des Inkastaates in großen Lagerhäuser, den qolqas.

Kerus wurden hauptsächlich aus Holz hergestellt, aber auch andere Materialien wie Gold und Silber oder Keramik fanden Verwendung. Keru aus Silber und Gold werden auch akillas genannt und waren dem inkaischen Adel vorbehalten. Keru aus Holz waren höher gestellten Personen, keru aus Keramik den einfachen Leuten zugedacht worden.

In der Form sind keru meist kegelförmig mit weiter Öffnung, aber auch zylinderförmige oder mit Menschen- und Katzenkopf versehende keru findet man häufig.

Eine Klassifizierung nimmt Rowe 1961 vor und unterteilt die keru der vorspanischen Zeit in:

  • 1. schlichte, undekorierte keru mit glatter Oberfläche
  • 2. einfarbige keru mit eingeschobenen geometrischen Bildern
  • 3. Keru mit eingeschobenen geometrischen Bildern, die mit Details in Lack versehen sind
  • 4. Keru mit eingeschobenen Bildern und Relieffiguren, die mit Farb- und Lackpigmenten gefüllt sind
  • 5. Keru mit bemalter, glatter Oberfläche

 

J.M.