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Otto Maria Carpeaux

Otto Maria Carpeaux hieß ursprünglich Otto Maria Karpfen, war zum Katholizismus konvertierter Jude und arbeitete in Wien als Journalist und Kritiker, bis er beim "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland ins Exil fliehen musste. In Brasilien wurde er aufgrund seiner Besprechungen in verschiedenen Tageszeitungen sehr schnell als Literaturkritiker bekannt und avancierte in der Folge zu einem den einflußreichsten Literaturwissenschaftler des Landes, der sich sowohl um die Vermittlung deutschsprachigen und allgemein moderner Literatur in Brasilien als auch um die Festigung der brasilianischen Literaturwissenschaft selbst verdient machte. (siehe dazu auch den Text "Leidenschaftliche Dialektik" von Antonio Candido in Literatur und Gesellschaft, S.39- 44).

Anatol Rosenfeld schrieb im Berlin der 30er Jahre gerade an seiner literaturwissenschaftlichen Dissertation, als er seine Heimat ebenfalls auf der Flucht vor den Nationalsozialisten verlassen musste. Er schlug sich in Brasilien zunächst als Landarbeiter und Handelsreisender durch, bis er allmählich wieder im Literaturbetrieb Fuß fasste und 1956 die Leitung der Abteilung "deutschsprachige Literatur" der größten brasilianischen Tageszeitung Estado de São Paulo übernahm. Er widmete sich vorrangig der Verbreitung des deutschen, insbesondere des Brechtschen Theaters in Brasilien, der Theatertheorie, aber auch der deutschsprachigen und brasilianischen Literatur (siehe dazu auch den Text "Die Liebe zur Unabhängigkeit" von Antonio Candido in Literatur und Gesellschaft, S. 45-46).

Einen Sonderfall stellen deutschsprachige Texte dar, die er regelmäßig im Jahrbuch des dem deutschbrasilianischen Dialog verpflichteten Staden-Instituts (heute Martius-Staden-Institut) in São Paulo veröffentlichte und die für die Auswahl berücksichtigt werden können. Kontakt diesbezüglich mit dem Martius-Staden-Institut besteht bereits.

Am 27. November hielt Albert von Brunn einen Vortrag mit dem Titel: "Otto Maria Carpeaux - eine kafkaeske Flucht aus Europa" am Lateinamerika Institut, welches Sie sich hier als Stream ansehen können. Ebenso können Sie sich ein Interview mit Alfredo Bosi über Werk und Leben von Otto-Maria Carpeaux ansehen.

Text aus der Folha über Carpeaux zum Herunterladen (pdf-Format oder word-Format)

Über Otto M. Carpeaux sprachen im Rahmen dieses Projektes:

Alfredo Bosi

  • Teil 1 [00:37 A Brasiliana de Carpeaux - 01:35 Fragmento sobre Drummond de Andrade]
  • Teil 2 [00:20 História da Literatura Universal - 06:00 O Método de Carpeaux]
  • Teil 3 [12:51 Alceu Amoroso Lima]
  • Teil 4 [A Homenagem]

Albert von Brunn

Alfredo Bosi II

Interview: Breno Longui

  • Teil 1 [00:36 Porque ler Carpeaux - 09:41 Carpeaux e o estudante universitário]
  • Teil 2 [04:34 A cinza do Purgatório - 11:19 Burckhardt]
  • Teil 3 [06:20 A causa dos vencidos - 09:45 Intelectual militante]
  • Teil 4 [01:13 Origens e fins]

Antonio Candido

Antonio Candido spricht auch über Augusto Meyer und Anatol Rosenfeld.

Interview: Breno Longui

 
  • Teil 1 [Entrevista Antonio Candido - Carpeaux - Discurso]
  • Teil 2 [Kafka - Augusto Meyer]
  • Teil 3 [Sérgio Buarque - O Ensaio]
  • Teil 4 [Crítica do Jornal -

Boris Schnaiderman

Boris Schnaiderman spricht auch über Anatol Rosenfeld.

Interview: Breno Longui

  • Teil 1 [Carpeaux - Anatol (08'50'')]
  • Teil 2 [Rosenfeld (05'07'') - Aculturação (10'48'') - Transculturação (13'24'')]
  • Teil 3 [Contribuições (09'02'')]

Jacó Ginzburg

Jacó Ginzburg spricht auch über Anatol Rosenfeld.

Interview: Breno Longui

  • Teil 1 [Primeiros contatos (00'38'') - A vinda ao Brasil (06'17'') - Anatol em São Paulo (10'50'')]
  • Teil 2 [Anatol e o teatro (01'19'') - Um lado boêmio (06'06'') - Atualidade (09'45'')]
  • Teil 3 [ Anatol e Carpeaux (04'38'') - Independência crítica (05'37'') - Contexto humano (10'29'') - Anatol e o Brasil (13'26'')]
  • Teil 4 [Fortsetzung Anatol e o Brasil]

 

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