Industriesektor

Der Industriesektor oder Sekundärsektor einer Volkswirtschaft umfasst alle physisch greifbaren Produkte, die weder der Land- noch der Forstwirtschaft und auch nicht der Fischerei entspringen. Die im Zusammenhang mit der Drei-Sektoren-Hypothese dargestellte Entwicklung der Produktionssektoren in verschiedenen Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes lässt sich sehr gut am Beispiel Chinas nachvollziehen. Von 1960 bis 2008 hat der im Industrie- und Dienstleistungssektor erwirtschaftete Anteil des BIP stetig zugenommen. Damit ist der klassische Industrialisierungsprozess beschrieben: Menschen, die zuvor in agrarisch geprägten Regionen kleinbäuerlich tätig waren, finden zunehmend im Industriesektor Beschäftigung. Die folgende Grafik illustriert den prozentualen Anteil des jeweiligen Sektors am Bruttoinlandsprodukt der chinesischen Volkswirtschaft (der Industriesektor ist mit der Farbe blau gekennzeichnet).

Anteil der Sektoren am chinesischen BIP (1970-2010)

Quelle: Weltbank / WDI

In der folgenden Grafik wird der Beitrag des jeweiligen Sektors zum Bruttoinlandsprodukt absolut in nominalen Geldeinheiten abgebildet. Die beeindruckende Entwicklung Chinas ab Mitte der 1980er Jahre lässt sich in der unten stehenden Grafik besonders gut nachvollziehen. Die Industrialisierung der chinesischen Volkswirtschaft entwickelt sich ab Anfang der 1990er Jahre exponentiell. Die Entwicklung des Dienstleistungssektors lässt auch auf die zunehmende Bedeutung des Binnenmarktes schließen.

Anteil des jeweiligen Sektors am realen BIP* (China 1970-2010, gemessen in Mrd. US-Dollar des Jahr 2000)

Quelle: Weltbank / WDI