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Einleitung

Unku und Altartuch — zwei textile Objekte aus der Kolonialzeit in Peru

Kolonialzeitliche Textilien spiegeln vorspanische andine Traditionen wider und passen sich gleichzeitig in die neu entstehende soziale, politische und religiöse Ordnung der kolonialen Gesellschaft ein. Veränderungen in der Symbolik, die Einführung neuer Materialien und handwerklicher Techniken wirken sich auf die traditionellen andinen Textilien aus. Sie werden somit zu Zeugnissen transkultureller Austauschbeziehungen zwischen Amerika, Europa, der muslimischen Welt und Asien.

Während der Inkazeit war Kleidung ein wertvolles Prestigeobjekt. Die feinen cumbi-Textilien, aus Kameliden- und Baumwolle und einer speziellen Webtechnik waren mehr als nur die Kleidung der Inka. Ihnen kam herausragende Bedeutung in der Festigung und dem Ausbau der politischen Macht und in religiösen Zeremonien zu.

Nach der Eroberung durch die Spanier blieben cumbi-Textilien in ihrem Kern - Material und Herstellung - erhalten. Symbolik und Gestaltung beginnen sich in den neuen hegemonialen Kontext einzufügen. Die Aufnahme europäischer und die Veränderung inkaischer Symbole spiegeln das Spannungsverhältnis zwischen Abgrenzung der andinen Identität und der Eingliederung in die neue koloniale Ordnung und Christianisierung wider.

Vorder- und Rückseite Unku VA 4577 und Altartuch VA 64827 © Ethnologisches Museum Berlin

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L. Bordet/ A. Ebert/ Í. Fernandes Pinto